Gutes Wort für den 25. März

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Veröffentlicht am Mi., 25. Mär. 2020 06:30 Uhr
Gutes Wort

Alle miteinander bekleidet euch mit Demut! (1. Petrus 5,5)
Von: Pastorin Ulrike Greve-Hegewald


Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister:
Er hat mich nicht gemacht!, Und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner:
Er versteht nichts! (Jesaja 29,16)
Alle miteinander bekleidet euch mit Demut! (1. Petrus 5,5)

War es Mut oder Hochmut, dass ich nach Rom gefahren bin? Vor vier Wochen in die Stadt, die ich schon oft bereist habe, obwohl es schon Nachrichten gab über die Situation in Norditalien. Aber auch in Rom hieß es, der Norden ist weit weg. Das war davor. Die Touristenströme verebbten Tag für Tag mehr. Aber wir waren nun dort und konnten die Tage genießen. Rom war plötzlich so wie vor 30 Jahre, kein Gedränge vor den Sehenswürdigkeiten, keine Reisegruppen und Menschenansammlungen, kein Schlangestehen… Ja, Hochmut war es.

Eine Woche, nachdem ich die Lateranbasilika besucht habe, die Bischofskirche des Bischofs von Rom, der zugleich der Papst ist, sehe ich Bilder, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Papst Franziskus geht ganz alleine. Er humpelt auf dem Weg durch die menschenleere Stadt. Dann hockt er im Gebet versunken in seiner Kirche. Auch jetzt wird er allein beten, ohne Kameras.

Mut zur Demut. Die barocke Fassade der Lateranbasilika mit dem segnenden Christus auf dem ersten Bild.
Mittig: Petrus hat den Schlüssel. Sein Gesichtsausdruck erinnert mich an Franziskus.
Und zum dritten Bild rechts: in der Mitte des Kreuzganges, ein frühchristlicher Taufstein, hinter dem Ölbaum. Diese Bilder trösten mich in einer Zeit, in der wir zum ersten Mal kollektiv erleben, dass nichts so ist wie davor.

Anmut. Mich tröstet der Gedanke, dass jemand für mich betet. Und dass wir füreinander beten können! Wann wenn nicht jetzt: Innehalten und die Hände falten, eine Kette bilden, die nicht unterbrochen werden darf, ohne uns anzufassen: für die ganze Welt, für alle Menschen in Not, auch für uns!

Mit den Worten des 121. Psalms
 Ein Wallfahrtslied.
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Amen

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