Kinderbuch-Klassiker - eine Gottesdienstreihe

© Kay Bärmann
Veröffentlicht am Do., 18. Jun. 2020 17:15 Uhr
Nachrichten

Drei Literaturgottesdienste: „Kinderbuch - Klassiker“

Wir laden Sie wieder ein zu einer Reihe von drei Literaturgottesdiensten. Diesmal geht es um Kinderbücher. Ein Buch, das ich selber als Kind gerne gelesen habe oder das ich meinen eigenen Kindern vorgelesen habe. Ein Buch, das mich begleitet hat, zu dem ich immer mal wieder zurückgekehrt bin und das mich auch heute als Erwachsener noch anrührt. Die Reihe beginnt am

Sonntag, den 28. Juni, um 10.00 Uhr mit Otfried Preußler, „Hörbe mit dem großen Hut.“

Hörbe ist ein Hutzelmann und wohnt mit 12 anderen Hutzelmännern in einem abgelegenen Dorf im Siebengiebelwald. Alles außerhalb ihres Waldes ist ihnen fremd. Gefährlich erscheinen ihnen die Worlitzer Wälder jenseits des Flusses, denn dort soll ein Ungeheuer, der große Plampatsch, hausen. Weh dem, der sich dort hin verirrt! Doch dann verschlägt es Hörbe unfreiwillig dorthin. Er kommt wundersamerweise zurück und bringt jemanden mit in die abgeschlossene Gemeinschaft der Hutzelmänner…

Ich habe das Buch kürzlich meiner jüngsten Tochter vorgelesen. Es ist eine wunderbar leicht erzählte Geschichte über Freundschaft, Respekt, Achtung und das gelungene Zusammenfinden von Fremden… Mit Pastor Dr. Christoph Schroeder

Sonntag, den 5. Juli, um 10.00 Uhr mit Michael Ende, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

„Das Land, in dem Lukas, der Lokomotivführer lebte, hieß Lummerland und war nur sehr klein.“ Mit diesem ersten Satz begann Michael Ende sein berühmtes Buch. Er ließ sich, wie er selber erzählte, von Satz zu Satz treiben. Und es entstand die wunderbare Geschichte einer Freundschaft. Ganz viele Abenteuer erleben die beiden, Abenteuer, die Mut erfordern, aber auch Fantasie und Zusammenhalt. Und der Blick wird weit, ermöglicht „wesentliche Erfahrungen“, jedem, der mit Jim Knopf und Lukas unterwegs ist.

Mindestens dreimal bin ich mit den beiden schon unterwegs gewesen: Als mir meine Eltern das Buch vorgelesen haben, dann als ich die Verfilmung mit der Augsburger Puppenkiste gesehen habe und schließlich als ich es meinen Kindern vorlas. Und jedes Mal habe ich etwas Neues entdeckt! Mit Pastor Tilmann Präckel

Sonntag, den 12. Juli, um 10.00 Uhr mit Johanna Spyri, „Heidi“ (1880)

Heidi ist glücklich bei ihrem Großvater auf der Alm; sie wird liebevoll von ihm versorgt und darf den ganzen Tag mit dem Geißenpeter und seinen Ziegen umhertollen. Doch dann reißt ihre Tante sie jäh aus der vertrauten Umgebung und bringt sie nach Frankfurt, wo sie sich eine glänzende Zukunft für Heidi erhofft.

Mit jedem Schritt, den Heidi in ihre Berge geht, hat sie mich mitgenommen. Man riecht die würzigen Kräuter, die sie beschreibt, spürt die Bergsonne auf der Haut und fühlt die Anstrengung des Aufstiegs. Beim Lesen entledigt man sich einer Last, die ins Tal und nicht in die Berge gehört. Man kann Heidis Verstörung nachvollziehen, als sie in die Stadt muss. Mit Pastorin Vera Lindemann

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